Hauskreis-Material zu Glaube & queerer Identität

Zwischen Bibeltreue, Barmherzigkeit und wahrer Annahme

„Darum nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Ehre“. Römer 15, 7

In dieser Rubrik findet ihr ausführliches Hauskreis-Arbeitsmaterial zum Thema Glaube, Bibel und Homosexualität für christliche und evangelikale Gruppen.

Viele Gemeinden und Hauskreise erleben, dass dieses Thema von Unsicherheit, Sprachlosigkeit oder Abwehr geprägt ist. Genau hier setzt dieses Arbeitsheft an: Es möchte helfen, nicht nur über ein kontroverses Thema zu sprechen, sondern aufmerksam auf Menschen, Bibeltexte, Gewissen, Erfahrungen und die Verantwortung von Gemeinde zu schauen.

Alle hier zur Verfügung stehenden Hauskreis-Arbeitshefte richten sich besonders an Hauskreise aus evangelikal geprägten Gemeinden oder einem konservativ-bibelorientierten Umfeld. Ziel ist nicht, vorschnell einfache Antworten zu liefern, sondern Raum zu schaffen für Lesen, Nachdenken, Zuhören, Diskussion und Gebet.

Was euch erwartet

Das zuerst vorgestellte Material ist für drei oder vier Abende konzipiert, mit einer optionalen Erweiterung für einen weiteren Abend. Jeder Abend ist klar aufgebaut und lässt sich gut in einem Hauskreis verwenden. Die Einheiten enthalten jeweils Zielsetzung, Einstieg, Bibeltexte, Impuls, Gesprächsfragen, Gebetsanregungen und einen praktischen Schritt für den Alltag.

Thematisch führt das jeweilige Arbeitsheft Schritt für Schritt durch zentrale Fragen:

  • Warum betrifft dieses Thema Gemeinden geistlich und menschlich?
  • Wie lesen wir die Bibel, und welche „hermeneutische Brille“ bringen wir mit?
  • Was sagen die oft zitierten alttestamentlichen Texte tatsächlich im Kontext?
  • Wie sind die neutestamentlichen Stellen zu verstehen, und was bedeutet das für Gemeindepraxis und Seelsorge?
  • Optional: Wie kann konkrete Veränderung in Sprache, Umgang, Seelsorge und Gemeindekultur aussehen?

Anliegen des Materials

Diese Arbeitshefte verbinden drei Dinge, die in Gemeinden oft auseinandergeraten: den Wunsch nach Treue zur Schrift, den Ruf zur Barmherzigkeit und die Verantwortung für konkrete Menschen. Sie wollen helfen, Lehre nicht nur an Positionen, sondern auch an ihren Früchten zu prüfen.

Dabei geht es um mehr als Sexualethik. Im Mittelpunkt stehen auch Würde, Zugehörigkeit, Schutz, geistliche Heimat, Selbstprüfung und die Frage, ob unsere Gemeinden sichere Orte für Menschen sind.

Für wen das geeignet ist

Das Material eignet sich besonders für:

  • Hauskreise in evangelikalen, freikirchlichen oder konservativ geprägten Gemeinden.
  • Gruppen, die das Thema nicht oberflächlich, sondern biblisch und seelsorglich bearbeiten möchten.
  • Leiterinnen und Leiter, die ihrem Hauskreis einen strukturierten Gesprächsrahmen anbieten wollen.
  • Gemeinden, die nach einer respektvollen und verantwortlichen Gesprächsgrundlage suchen.

Download

Du kannst das Arbeitsheft in zwei unterschiedlich langen Fassungen herunterladen. Beide bieten am Ende jeweils optional noch einen weiteren Abend an, wenn euer Hauskreis weiterdenken möchte.


Spotlight: Kurz & knackig

Hauskreis-Arbeitsheft für einen Abend zu Lukas 13

Wenn ihr mit eurem Hauskreis oder eurer Kleingruppe einen weiteren, eher kürzeren Impuls benötigt, bietet es sich an, tiefer in Lukas 13 und die Geschichte des Synagogenvorstehers einzusteigen.
Hierzu haben wir ein eigenes Hauskreis-Arbeitsheft vorbereitet. Darin findet ihr einen Ablaufvorschlag für ca. 90 Minuten, verständliche Einstiegsideen, Fragen zur Bibelarbeit und vertiefende Gesprächsimpulse rund um das Thema: Wie verbinden wir Liebe zur Bibel mit echter Barmherzigkeit gegenüber Menschen – insbesondere gegenüber queeren Christ:innen?

Das Material hilft euch, den Synagogenvorsteher nicht als „Bösewicht“, sondern als ehrlichen, glaubensvollen Mann wahrzunehmen, dessen innere Spannung uns sehr vertraut ist. Über die Texte aus Lukas 13 und Matthäus 12 kommt ihr miteinander ins Gespräch: Wo verteidigen wir heute selektiv bestimmte Prinzipien und Ordnungen, und wo übersehen wir dabei vielleicht konkrete Menschen und ihr Leid?

Neben der Bibelarbeit findet ihr im Heft Bausteine zu Themen wie Sabbat, dem Wort „Gräuel“ im Alten Testament und den „Früchten unserer Lehre“. Damit könnt ihr gemeinsam überlegen, welche Auswirkungen unsere theologischen Positionen und unsere Praxis auf queere Menschen in unseren Gemeinden haben – und wie ein barmherziger, ehrlicher Umgang aussehen kann, ohne dass jemand gezwungen wird, seine komplette Überzeugung in einer Sitzung zu ändern.

Sehr wichtig ist uns auch der praxisnahe Teil: Konkrete Fragen helfen euch, darüber zu sprechen, wie ihr reagieren möchtet, wenn jemand im Hauskreis sagt: „Ich bin schwul / lesbisch und liebe Jesus.“ Ihr könnt miteinander Worte einüben, die nicht verletzen, sondern tragen – und einen sicheren Raum schaffen für Menschen, die mitten in der Spannung von Glaube und Identität leben.

Zum Abschluss schlägt das Heft eine sensible Gebetszeit und optional eine kleine „Hausaufgabe“ vor, damit ihr das Thema mit in euren Alltag nehmt und weiter mit Jesus unterwegs bleibt.

Download:

Den kompletten Ablauf mit allen Fragen im Hauskreis-Arbeitsheft könnt ihr hier herunterladen.


Neue Brücken bauen – Hauskreismaterial zum Thema „neue Wege gehen“

Manches, was uns als Gemeinde über Jahre getragen hat, trägt heute nicht mehr überallhin – nicht, weil es falsch war, sondern weil sich um uns herum vieles verändert hat.
Dieses Arbeitsheft für einen 90-minütigen Hauskreisabend nimmt genau diesen Gedanken auf: Anhand eines Bildes von einer Brücke, die zwar stabil steht, aber ihren Fluss verloren hat, und anhand der Geschichte von Petrus und Cornelius in Apostelgeschichte 10 fragen wir gemeinsam, wo wir als Gemeinde an vertrauten Wegen festhalten – und wo es Mut braucht, neue Brücken zu bauen.

Das Material führt euch Schritt für Schritt durch den Abend: von einem leichten Gesprächseinstieg über die Bibelarbeit und ehrliche Selbstreflexion bis hin zu einem ganz konkreten nächsten Schritt, den ihr als Gruppe gemeinsam gehen könnt.
Es ist bewusst so geschrieben, dass niemand Vorwissen braucht – ihr könnt direkt loslegen.

Warum lohnt sich das im Hauskreis?
Weil Gemeinde nur dann wirklich zur Willkommensgemeinde wird, wenn wir nicht nur darüber predigen, sondern in kleinen, ehrlichen Runden darüber sprechen: Was gibt uns Sicherheit – und wo schließt genau das andere unbeabsichtigt aus? Wo haben wir schon Brücken gebaut, die tragen, und wo fehlt uns noch die Verbindung zu Menschen in unserem Umfeld?

Der Hauskreis ist der ideale Ort für dieses Gespräch, weil hier Raum ist für Zweifel, unterschiedliche Meinungen und persönliche Erfahrungen – ohne Druck, aber mit der Bereitschaft, wirklich etwas zu verändern.


Weiterlesen:

Diese Impulse lassen sich gut mit anderen Materialien kombinieren: Eine passende Predigt kann als thematische Vertiefung dienen, oder ihr hört gemeinsam in eine thematisch dazugehörige Podcast-Folge hinein.

Wer tiefer einsteigen möchte, findet in den Büchern von Siegfried Zimmer, Matthew Vines und Justin Lee weiterführende Literatur für den Hauskreis.

Für einen moderierten Austausch bieten sich zudem unsere Online-Workshops an.